Allendorf

z. Zt. 2360 Einwohner
Urkundl. Ersterwähnung: 12. März 1362
Der Namensursprung ist möglicherweise von dem indogerm. Wort al für Wasser abzuleiten.
Die ältere Generation hat sicher noch lebhafte Erinnerungen an die „Wupper“, der Wasserlauf der mitten durch das Dorf floss. Der Winter- oder Weiherbach - heute überwiegend Haigerbach genannt - fließt direkt am Dorf vorbei und es gab und gibt noch genügend feuchte Ecken im und um das Dorf.
Allendorf liegt „westlich“ von Haiger ca. 2 km entfernt.
Als eines der größten Dörfer rund um Haiger lag Allendorf seit jeher an einer der wichtigen und weiterführenden Straßen (Siegen-Köln). In früherer Zeit war dadurch das Leben nicht nur durch die Landwirtschaft und einige Handwerker geprägt, sondern es gab auch Fuhrleute und mehrere Gastwirtschaften um die durchziehenden Menschen zu versorgen.
Eine „Wechselstation“ für Pferde, die im Post- und Fuhrdienst standen, ist für das 18./19. Jahrhundert belegt.
Der „Allendorfer Berg“ hatte in früheren Zeiten einen berühmt berüchtigten Ruf, als unfallträchtige und schwierige Steilstrecke.
Etliche Einwohner arbeiteten im Bergbau, zum Teil auch in entfernteren Gruben z. B. im Siegerland.
Im 19. Jahrhundert gab es hier mehrere kleine Handwerks- und Industriebetriebe.
Ein reiches Vereinsleben lässt sich daraus ersehen, dass mehrere Vereine schon seit einigen Jahrzehnten bestehen.
Die Kirche, so wie sie heute dasteht wurde in 1749 erbaut, 1978 angebaut und renoviert.
Ihre Vorgängerin wurde um 1590 errichtet und hat wahrscheinlich auch Räume für die Schule beherbergt. Die jetzige Grundschule wurde Anfang des 20. Jahrhunderts als 4 klassige Volksschule mit Lehrerwohnungen gebaut.
Die Häuser auf der Kalteiche gehören seit jeher zur Gemarkung Allendorf.
Besonderheiten:
Einige schöne alte Fachwerkhäuser im Ortskern.
Die Tradition des sog. Naujouhrnbacken ist in Allendorf sehr lebendig geblieben.
Zwischen den Jahren (d.h. zwischen Weihnachten und Neujahr) wird in eigens dafür hergestellten Zangeneisen ein flaches Gebäck hergestellt. Der Teig besteht aus Roggenmehl, Salz, Pfeffer, Nelken und warmem Wasser. Die sog. Neujahrseisen sind sehr alt z.T. noch aus dem 17.Jahrhundert, sie sind innen reich verziert, so dass auf den „Naujourn“ Muster und Schrift zu sehen sind. Ausser den Namen der Besitzer sind oft Handwerkszeichen, Pferd Pelikan, Hirsch und graphische Muster abgebildet.

Allendorfer Naujahrn Eisen