Fellerdilln

z.Z. 1416 Einwohner
Urkundl. Ersterwähnung: Vermtl. 1294
Der Name Fellerdilln vormals:
Dyllen, Veller Diln, Felderdiln, Feller
Dilnn, Feller Diln, seit 1607 - Fellerdilln,
ist abgeleitet vom Flüsschen Dill und den
früher das Dorf einrahmenden Feldern.
Der Haigerer Stadtteil Fellerdilln liegt im oberen Dilltal, ca. 6 km nördlich der Kernstadt Haiger.
Als im Jahre 1447 für die gesamte Grafschaft Nassau eine allgemeine Herbstschatzungsliste (Steuerliste - HStAW 171 S. 2944 a) - aufgestellt wurde, hat man zur Unterscheidung der beiden „Dilln“ - Dörfer für Fellerdilln den Namen „Dyllen“ und für Offdilln die Lokalbezeichnung „Uffdilln“ gewählt.
In verschiedenen Urkunden aus den Jahren 1294, 1343, 1354, 1367 usw. finden wir Bürger von Dilln (de Dillne) als Zeuge, als Siegler und Schöffe bei Verkäufen und Vermögensübertragungen. Waren es Bürger unseres Dorfes oder stammten sie aus Offdilln?
Interessanterweise hat sich der Name „Dilln“, angelehnt an die älteste urkundlich nachweisbare Form des Flussnamens „Dillena“ (div. Urkunden aus der Zeit um 1000 n. Chr.) bis auf den heutigen Tag und über die Grenzen der näheren Umgebung hinaus jedoch ausschließlich für das heutige „Fellerdilln“ erhalten.
Fellerdilln, Jahrhunderte lang das kleinste der drei „Dilln“-Dörfer, ist nach dem 2. Weltkriege überdurchschnittlich gewachsen. Heute ist dieser Stadtteil die größte Siedlung im oberen Dilltal. Dieses langgestreckte Tal (Talsohle bei ca. 300 bis 325 m ü. NN) in Nord-Süd-Richtung mit seinen einstmals saftigen Wiesen, wird im Osten durch steil ansteigende Hauberge (Mühlenberg - 394 m, Hirschberg - 401 m, Elkershain - 434 m und Goldberg - 469 m), im Westen durch die Siedlungen (bei 340 bis 360 m ü. NN), durch brachliegende Felder und Wiesen und auf den Höhen (Schiebel - 427 m, Wahlberg - 456 m und Schiesberg - 452 m) ebenfalls von Haubergen oder staatlichem Hochwald begrenzt.
Das Klima ist rauh und regenreich, der Landwirtschaft nicht sehr zugetan. Und doch ernährten sich unsere Vorfahren von ihr. Haubergsarbeit kann seit 1542 belegt werden. Damals teilten sich 21 der insgesamt 23 Haubesitzer die zur Verfügung stehenden Holzbestände.
Große Erwartungen hatte man im Jahre 1909, als in Fellerdilln (unterhalb des Dorfes) eine Eisenhütte erbaut wurde. Doch die Hütte war von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Sie durfte zur Ersparung der Kohlen jährlich nur an 12 Tagen (davon 6 Tage im Mai und 6 Tage im Herbst) blasen.
Eine Wende brachte der aufblühende Bergbau im nahen Siegerland. Die Söhne alteingesessener Landwirte ließen sich zum Bergmann und Steiger, später zum Hüttenarbeiter, Eisenbahner oder in anderen Berufen ausbilden.
Heute finden wir bei uns keinen Landwirt mehr; auch die Bergwerke in unserer Gegend und im Siegerland wurden wieder stillgelegt.
Wir verdienen heute unseren Lohn im Dienstleistungsgewerbe, im öffentl. Dienst, als Facharbeiter in der metallverarbeiteten Industrie, als Kaufmann, als Metzger oder Bäcker usw.
Der „Fellerdillner“ ist, wie auch die Menschen in den Nachbardörfern, vom christlichen Glauben geprägt, sehr hilfsbereit und in der Regel auch zu Kompromissen in der Lage.
