Haigerseelbach
z. Zt. 1348 Einwohner
Urkundliche Ersterwähnung 2.05.1313
Der Name Selbach bedeutet wahrscheinlich Häuser am Bach. Erst in jüngerer Zeit durch Zusatz von
Herbornseelbach unterschieden.
Das Wappen von Haigerseelbach zeigt die Pflanze Blutwurz. Dieses Symbol findet sich im Neujahreneisen aus dem Jahr 1711. Der goldene Ring stellt symbolisch den Rand des runden „Neujahrseisens“ dar.
1957 schrieb ein Besucher Haigerseelbachs: „Würde man die Dillkreis-Dörfer nach ihrer Lage einteilen, käme Haigerseelbach ohne Zweifel in die Gruppe der landschaftlich bevorzugten Orte. Ein Blick vom Scheidskopf lässt in dem Betrachter das Gefühl aufkommen, dass er sich im Schwarzwald befindet. Das Seelbachtal, das sich an der gegenüberliegenden Seite zur Kalteiche hinaufzieht, ist mit seinen Fichtenbeständen eines der schönsten und stillsten Täler unserer Heimat“. Trotz vieler Veränderungen im halben Jahrhundert ist von diesem „Flair“ in Haigerseelbach noch viel zu sehen und zu spüren.
Der Haigerer Stadtteil liegt im Dreiländereck Hessen – Nordrheinwestfalen – Rheinlandpfalz, am Fuße des Westerwaldes. Die Gemarkung Haigerseelbach hat 789,52 ha und liegt in einer Höhe von 290 bis 540 m über NN. Charakteristisch nicht nur für die ganze Gegend, sondern auch speziell für Haigerseelbach ist der hohe Anteil an Wald. Besonders erwähnenswert ist der Staatswald Kalteiche. Im Dorf- und Hausbuch findet sich folgende Mitteilung: „Im Jahre 1801 war der Gemeindewald von Haigerseelbach rd. 146 ha groß. Der Staatswald Kalteiche liegt in einer Höhenlage von 430 – 577 Metern mit rd. 283 ha = 23,5 % in der Gemeinde Haigerseelbach.“
Gerade in der Gemarkung Kalteiche haben bedeutsame geschichtliche Ereignisse ihre Spuren hinterlassen: Der Kampf zwischen Franzosen und Österreichern im Jahre 1796. Diese Schlacht soll von Bauern bereits einige Zeit vorher in einer „Vision“ gesehen und später von ihnen als „Geisterschlacht“ in den umliegenden Dörfern erzählt worden sein. 1806 musste das Dorf 865 preußische Soldaten, die gegen Napoleon kämpften, versorgen.
1893 wurde die erste Wasserleitung und das 1. Bassin gebaut und 1922 erhielt das Dorf elektrisches Licht.
Besonderheiten:
Bezirkssieger im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ 1979
2. Landessieger im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ 1980
Erfolgreiche Teilnahme an obigem Wettbewerb auf Bundesebene
Einziges Leinenmuseum in Hessen
Bedeutsames Ortsarchiv
An jedem 3. Wochenende im August „Backesfest“

unter der Mühle
Unser Dorf soll schöner werden
1982 wurde Haigerseelbach die Bronzeplakette für den Bundeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ überreicht. Von 5082 ursprünglichen Gemeinden der Bundesrepublik war Haigerseelbach einer der 32 ausgewählten Sieger. Zudem verlieh der Staatssekretär und spätere hessische Minister Jordan dem Dorf eine große Bronzetafel für langjährige, erfolgreiche Teilnahme am Dorfverschönerungswettbewerb. Diese Bronzetafel kann man sich heute noch am Wilhelmsplatz anschauen, wo sie auf einem Findling montiert wurde.
