Sechshelden

z.Zt. 1917 Einwohner
Urkundl. Ersterwähnung 1332
Für den etwas eigentümlichen
Ortsnamen Sechshelden gibt es keine eindeutige Erklärung:
Eine von mehreren wissenschaftl. Erklärungen
führt den Namen auf „sechs Halden“ zurück.
Nach einer anderen Deutung führt man den Namen auf
verbliebene heidnische Sachsen zurück, die sich gegen die christlichen Franken
wehrten und etwa um das 8. Jahrh. hier sesshaft machten. Sie nannten sich
möglicherweise „Sachsheller“ oder „Sechsheller“. Phonetisch würde das auch dem
alten örtlichen Dialekt entsprechen. Dieser Namensdeutung entspricht auch ein
1979 vom Hess. Landesvermessungsamt herausgegebener Plan:
„Kartenaufnahme der Rheinlande durch Tranchot und v.
Müffling 1801-1820“. In dieser Karte ist unser Dorfname mit „Sechsheller“
bezeichnet. So, wie ihn die alten „Sechsheller“ heute noch nennen.
Eine verbreitete Annahme über die Entstehung unseres
Dorfnamens geht auf eine Sage zurück: Danach ließen sich sechs Helden aus dem
Rheinland, ein Fass Wein über die „alte Rheinstraße“ vor sich her rollend, am
Klangstein nieder. Noch heute soll man dort den Wein riechen können. Wären
nicht die ständigen Autobahngeräusche der A 45, so hörte man noch heute von den
Zechern im Klangstein die Gläser klingen.
Sechshelden, gleichermaßen im Westen 3 km von Haiger
entfernt, wie im Osten 3 km von Dillenburg, hat schon seit weit mehr als 100
Jahren Vorteile - bezüglich der Arbeitsplätze aus seiner zentralen Lage ziehen
können. Insbesondere etwa seit der nun vorletzten Jahrhundertwende durch die
erhebliche Bedeutung des Dillenburger Bahnhofes war die Bahn der
meistfrequentierte Arbeitsplatz für die Männer aus dem Dorf. Deshalb sprach man
- bezogen auf Sechshelden - vom Eisenbahnerdorf. Doch seit der stark
rückläufigen Bedeutung der Bahn und damit des Dillenburger Bahnhofes in den
50er und 60er Jahren war es geradezu ein Segen für die Sechsheldener, aber auch
für die Umgebung, dass die von den Sechsheldener Brüdern Karl und Willi
Thielmann begründete Firma Gebrüder Thielmann AG einen starken Aufschwung nahm.
Bis zu 900 Arbeitsplätze und entsprechende Steuereinnahmen für die politische
Gemeinde ergaben einen reibungslosen positiven Strukturwandel.
Mit dieser Steuerkraft im Rücken, war die Gemeinde
Sechshelden in der Lage, eine den damaligen Anforderungen entsprechende
Infrastruktur auf- und auszubauen. Stichpunktartig dafür wären hier zu nennen:
gesicherte Wasserversorgung, Friedhofshalle, Abwasserentsorgung mit Anschluss
an die Kläranlage Niederscheld, Schulneubau, Dorfgemeinschaftshaus,
Baugebietserschließung “Lange Wiese“, Sporthalle und Sportplatz.
Das waren die kommunalen Leistungen bis zum Jahreswechsel
1976/77, dem Zeitpunkt der Neugliederung.
Dem gewünschten Anschluss an Haiger hatten die
Sechsheldener mit Zweidrittelmehrheit in einer Bürgerbefragung Ausdruck
gegeben. - Das war in groben Zügen der Status vor dessen Hintergrund
Sechshelden ab dem 1. Januar 1977 Stadtteil der Stadt Haiger wurde.

"Alte Schmiede", Foto: Burkhard Becker