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Steigplatz, Hauptstraße und Hessentag

Bürgermeister Schramm spricht mit den Haigerer Kernstadtbewohnern

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Zukunft des Steigplatzes, der Oberen Hauptstraße, der Hessentag und zu schnell fahrende Autos – das waren die wesentlichen Anliegen der Haigerer Bürger, die sich am Donnerstag  am Marktplatz mit Bürgermeister Mario Schramm trafen.

Der Rathaus-Chef hatte zuvor alle 13 Ortsteile besucht, um zu erfahren, wo die Bürger der Schuh drückt. Und auch in der Kernstadt war die Beteiligung gut.   Viele Besucher der Aktion „Bürgermeister unterwegs“ bemängelten zu hohe gefahrene Geschwindigkeiten zum Beispiel am „Hofacker“ (Johann-Textor-Schule) oder in der Walkenmühlstraße (vom Haiger-Center kommend). Problematisch sei auch die Parksituation an der Textor-Schule, bemängelten Anwohner. Obwohl nur drei Stunden geparkt werden dürfe, blieben manche Autos „den ganzen Tag stehen“.

Bürgermeister Schramm sagte eine Überprüfung und schnellstmögliche Überwachung zu. Auch das Tempomessgerät der Stadt könne in den geschilderten Bereichen eingesetzt werden. Auf Anregung der Bürger soll sich das Ordnungsamt auch weitere Problemstellen wie die Kreuzung Kalbsbach/Hickenweg und die Donsbacher Straße anschauen. Im „Fahler“ versprach der Rathaus-Chef eine neue Verkehrszählung – Anwohner hatten moniert, dass es vor allem zu Stoßzeiten fasst unmöglich sei, auf die Landstraße in Richtung Kernstadt abzubiegen.

Bei Fußballspielen am „Haarwasen“ soll künftig eine Einbahn-Regelung greifen – der abfließende Verkehr soll über Allendorf zur Bundesstraße geleitet werden, um Rückstaus an der Kreuzung Hickenweg/Westerwaldstraße zu vermeiden.

Für die Bürger, die sich eine Umgestaltung des Steigplatzes wünschen, hatte Schramm gute Nachrichten. Die Stadtentwicklungskommission werde sich Anfang 2016 mit Plänen für das Areal befassen. Dort könnten Aufenthaltsbereiche mit Beschäftigungsmöglichkeiten für Alt (Boule) und Jung (Sandkasten)  entstehen. Gleichzeitig sei die Ansiedlung von gehobener Gastronomie, wie sie von der heimischen Wirtschaft gewünscht werde, eine Option. In der Kommission gehe es auch um die Frage, wie die Untere Hauptstraße baulich verändert werden könne.

Auf der Suche ist die Stadt derzeit nach einem neuen Standort für das Jugendzentrum PAJU.

Auf großes Interesse stieß die Haigerer Hessentagsbewerbung, die seit Donnerstag unterwegs nach Wiesbaden ist. Wie der Bürgermeister mitteilte, hoffen Magistrat, Parlament und Verwaltung, „dass uns diese Bewerbung weit nach vorne bringt“. Viele Projekte in Haiger wie zum Beispiel der Bahnhof, die Landesstraße 3044 oder die Brücke am Rodenbacher Ortseingang würden wesentlich schneller in Angriff genommen, wenn Haiger den Zuschlag für den Hessentag „nach 2018“ bekomme. Die Landesregierung habe das Hessenfest wesentlich kleiner dimensioniert als noch in der Vergangenheit, als etwa 1,2 Millionen Menschen nach Wetzlar strömten. Auch die Zuschüsse in Höhe von 6,8 Millionen Euro seien wesentlich geringer als noch in den früheren Jahren. Haiger trage ein Risiko von etwa zwei Millionen Euro, das aber durch Einnahmen aus Veranstaltungen reduziert werden könne. Das Motto solle „Innovative Wirtschaft, Ökologie und Energie“ lauten.

Natürlich werde es die bekannten Hessentags-typischen Elemente auch in Haiger geben. Eine Landesausstellung, auf der sich Institutionen, Verbände und Vereine darstellen können, sei ebenso geplant wie die „Hessentagsstraße“ und der große abschließende Festzug. „Auch Konzerte und Partys werden selbstverständlich angeboten“, versprach der Rathaus-Chef. Die Haigerer Idee sei es, diese Elemente durch den Schwerpunkt Wirtschaft zu ergänzen. „Wir wollen den Hessentag nicht nach Haiger holen, um der Wirtschaft einen Gefallen zu tun, sondern weil die Wirtschaft unsere Stadt wesentlich ausmacht“, verdeutlichte Schramm. „Haiger ist keine Fachwerkstatt und kein Tourismuszentrum, sondern eine wirtschaftsstarke Stadt mit vielen innovativen und erfolgreichen Unternehmen.“ Diese hätten mit großer Einmütigkeit und Begeisterung ihre Mitarbeit an dem Großprojekt zugesagt.  Wenn die Landesregierung in Wiesbaden den Mut habe, das Hessenfest thematisch neu auszurichten, „dann sind wir da“, versprach Schramm.

Gemeinsam mit den Bürgern überlegte Mario Schramm, wie die Obere Hauptstraße attraktiver gestaltet werden könne. Die Stadt habe den Bereich für langsam fahrenden Verkehr geöffnet und weitere Parkflächen für Pkw geschaffen, berichtete der Bürgermeister. Wenn es um die Nutzung von leer stehenden Gebäuden gehe, sei die Stadt auf die Kooperation der Besitzer angewiesen. Er empfehle den Hausbesitzern, Wohnraum zu schaffen. „Der wird in der Innenstadt gesucht.“

Der Wunsch einiger Besucher der „Sprechstunde“ nach einem Baby-Fachmarkt könnte erfüllt werden. Wie Schramm mitteilte, ist ein solcher Markt ebenso wie ein Sportartikel-Fachmarkt (Großgeräte) auf dem Format-Gelände vorgesehen. Priorität habe hier allerdings der Bau des neuen Edeka-Marktes, der von einem selbstständigen Kaufmann geleitet werden solle und sich im Sortiment vom Herkules-Markt in der Innenstadt unterscheiden werde.  (öah)