Wenn der Osterhase lächelnd grüßt

Tempomessanlagen lassen sich individuell gestalten  

„Ich freue mich immer, wenn mich ein lachendes H begrüßt“, erklärte kürzlich Stadtverordnetenvorsteher Bernd Seipel: „Dann weiß ich, dass ich in ordentlichem Tempo unterwegs bin.“ Der Parlamentspräsident ist nicht der einzige Fan der Geschwindigkeits-Messanlagen, die seit dem vergangenen Jahr an vielen Stellen in Haiger und den Stadtteilen zu finden sind. Viele Bürger freuen sich über die Hinweistafeln – und die Bilanz im Rathaus ist zu 100 Prozent positiv.

„Diese Geräte haben die Geschwindigkeit deutlich reduziert“, freut sich Bürgermeister Mario Schramm. Der Magistrat der Stadt hat kürzlich beschlossen, zusätzlich zu den bisher installierten 16 Anlagen noch weitere 14 Tafeln anzuschaffen.  „Wir sind absolut überzeugt von den Geräten und deren positiver Wirkung“, erklärte Bürgermeister Schramm.

Ein interessanter Nebeneffekt ist die Option, die Anzeigeflächen individuell zu gestalten. „Die wechselnden Motive dienen dazu, den Gewöhnungseffekt der Autofahrer an diese Tafeln zu verringern“, sagt Ordnungsamts-Leiter Timo Dietermann. Der Ordnungspolizeibeamte Eike Estevez, der die Tafeln hauptsächlich betreut, hat im vergangenen Jahr bereits das „lachende H“ (und auch das „mürrische H“) programmiert und wartete zu Weihnachten mit einem Weihnachtsmann auf.

Jetzt hat er die Gestaltung erneut angepasst. Jetzt belohnt ein gut gelaunter Osterhase die Verkehrsteilnehmer, die sich an die Regeln halten. Wer zu schnell fährt, der sieht ein zerbrochenes Osterei und anschließend seine (zu hohe) Geschwindigkeit.

Durch die wechselnden Bilder erhofft sich die Stadt Haiger, dass das Interesse der Verkehrsteilnehmer an den Tafeln geweckt wird, bzw. auch in Zukunft erhalten bleibt. „Die unterschiedlichen Motive dienen dazu, den Gewöhnungseffekt der Autofahrer an die Tafeln zu verringern“, erklärt Estevez, der bei seinen regelmäßigen Tempokontrollen mit der Radar-Kamera feststellt, wie effektiv die Schilder arbeiten: „In Bereichen, in denen die Geschwindigkeitsmessgeräte installiert sind, gehen uns nur noch ganz wenige Temposünder ins Netz“, berichtet der Ordnungspolizeibeamte.

Damit erfüllten sich die Erwartungen der Stadt Haiger, die bei den Vorüberlegungen davon ausgegangen war, dass die allermeisten Autofahrer nicht absichtlich zu schnell fahren. „Durch die Geschwindigkeitsanzeigetafeln wird dem Autofahrer seine tatsächlich gefahrene Geschwindigkeit neben dem Tacho nochmals bewusst gemacht. So kann der gewünschte Effekt der Geschwindigkeitsreduzierung erreicht werden, ohne den Autofahrer für sein fahrlässiges Handeln direkt zur Kasse zu bitten“, erklärt Fachbereichsleiter Dietermann. Zusätzlicher Effekt: Die Tafeln verursachen nur einen Bruchteil der Kosten einer stationären Blitzersäule und belasten den Verkehrsteilnehmer nicht direkt mit einer Ordnungswidrigkeit, sondern weisen ihn auf sein Fehlverhalten hin und „verwarnen“ ihn nur optisch. 

Interessant: Die Daten werden anonym, das heißt ohne Kennzeichen erfasst und sind jederzeit auslesbar. Wenn bei der Auswertung der Daten trotz der Anzeigetafel eine Vielzahl an Geschwindigkeitsüberschreitungen notiert wird, kann an dieser Stelle eine „echte“ Geschwindigkeitsmessung durch die Ordnungspolizei vorgenommen werden. Das war aber bisher noch nicht der Fall. Nach wiederholter Auswertung der Daten kann festgestellt werden, dass in über 90% der Fälle die Tafeln die erwünschte Wirkung zeigen und die Autofahrer ihre Geschwindigkeit nach der ersten Anzeige reduzieren oder sich direkt an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten. 

14 weitere Messtafeln kommen hinzu

Nach dem bisherigen Erfolg der Aktion hat der Magistrat  die Anschaffung von 14 weiteren Messtafeln beschlossen, die in Kürze geliefert und durch den Bauhof montiert werden. Ziel ist es, auch in den Stadtteilen Sechshelden, Weidelbach, Offdilln, Dillbrecht, Steinbach, Allendorf, Flammersbach und m Technologiepark Kalteiche ebenfalls ein defensives Fahrverhalten zu erzielen.

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