Das Seniorentaxi startet im Januar 2020

„Mobilität für alle“ – Konzept wird in Haiger und den Stadtteilen umgesetzt

Am 1. Januar 2020 soll in Haiger und den Stadtteilen das „Seniorentaxi“ starten. „Mit diesem Angebot für Bürger ab 67 Jahren und Schwerbehinderte hoffen wir, die Mobilität unserer Bürger in den Stadtteilen und der Kernstadt entscheidend zu verbessern“, erklärte Bürgermeister Mario Schramm. In einem zweiten Schritt – voraussichtlich im Mai – soll der so genannte „Bürgerbus“ folgen. Die Stadtverordnetenversammlung hatte die Einführung des Projekts „Mobilität für alle“(Mofa) im September einstimmig beschlossen.

„Eigentlich befinden wir uns in Haiger in einer relativ guten Situation, was den öffentlichen Personennahverkehr betrifft“, sagt Timo Dietermann, Leiter des Fachdienstes Straßenverkehr, der das „Mofa“-Projekt plant. Problematisch sei jedoch die Lage der Haltestellen. „Viele ältere Menschen schaffen es nicht mehr, die Bushaltestellen zu erreichen“, erklärt Dietermann: „Darauf reagieren wir jetzt mit dem Seniorentaxi und dem Bürgerbus.“

Zunächst wird das Seniorentaxi umgesetzt, in das die Stadtverwaltung große Hoffnungen setzt. Dabei übernimmt die Stadt in Form eines Zuschusses die Hälfte des Fahrpreises. Senioren oder Schwerbehinderte können bei der Stadt  einen Berechtigungsausweis für die Nutzung des Seniorentaxis beantragen. Die Mietwagenbetreiber lassen sich den Berechtigungsausweis zeigen und die Fahrgäste müssen dann einen Mitfahrschein ausfüllen. Der Mietwagenbetreiber rechnet den Fahrpreis ab und zieht den 50%-Zuschuss der Stadt ab, sodass der Fahrgast effektiv nur den halben Fahrpreis zahlt. Um die Zahlung der zweiten Hälfte des Fahrpreises kümmert sich das Mietwagenunternehmen, das die Mitfahrscheine im Rathaus vorlegt.  

Das Seniorentaxi soll im Gegensatz zum Bürgerbus, der zunächst nur dienstags und donnerstags fährt, ohne zeitliche Einschränkungen genutzt werden können. Außerdem soll es auch für Fahrten innerhalb der Stadtteile genutzt werden können. So kann das Seniorentaxi den Nutzern nicht nur für Arztbesuche oder Einkaufsfahrten, sondern auch darüber hinaus zur Teilnahme am kulturellen, gesellschaftlichen, oder dem Vereinsleben dienen.  Die Zuschüsse werden allerdings grundsätzlich nur für Fahrten innerhalb des Stadtgebietes der Stadt Haiger gezahlt. Einzige Ausnahme sind Fahrten zum oder vom Ärztehaus oder Krankenhaus in Dillenburg. Bei einer Fahrt von Haiger ins Dillenburger Krankenhaus (Kosten etwa 18 – 20 Euro) könnte der Berechtigte zehn Euro sparen. Das Seniorentaxi soll zunächst ein Jahr befristet werden. Die finanziellen Mittel werden auf 25 Euro pro Fahrt und insgesamt auf maximal 10.000 Euro im Jahr begrenzt.

Den zweiten Teil des MofA-Projekts bildet der Bürgerbus. Nach einem Aufruf haben sich 13 ehrenamtliche Fahrer gemeldet, sodass ein ausreichendes Potenzial an Fahrern vorhanden ist. Der Bürgerbus reagiert darauf, dass die Lage der Bushaltestellen – meistens zentral im Stadtteil – für mobilitätseingeschränkte oder ältere Personen oft ungünstig ist. Daher ist der Einsatz eines Bürgerbusses aus Sicht der Verwaltung nur sinnvoll, wenn er nicht nach einem festen Fahrplan feste Haltestellen anfährt, sondern bedarfsorientiert, nach Wunsch der Nutzer fährt.  Darüber hinaus ist der Bürgerbus als Ergänzung zu dem Modul Seniorentaxi gedacht, da auch der halbe Fahrpreis für einen Mietwagen oft noch sehr teuer ist. Das Seniorentaxi soll die sehr individuellen Mobilitätsbedürfnisse der Bevölkerung befriedigen.

Der Bürgerbus wird zunächst nur an zwei Tagen fahren. Aus der Auswertung einer Bedarfsabfrage ergab sich, dass die bevorzugten Tage Dienstag und Donnerstag sind. Dienstags öffnet das Erzählcafé für Senioren („Lebenswert“), donnerstags findet der Wochenmarkt statt. Der Bürgerbus soll dann festgelegte Örtlichkeiten in der Kernstadt anfahren - Wochenmarkt, Erzählcafé, Ärztehaus oder die Einkaufsmärkte. Darüber hinaus sollen auch Fahrten zu Ärzten in den Stadtteilen (Fellerdilln) möglich sein. Die Betriebszeiten werden zunächst auf Dienstag und Donnerstag (8 bis 16 Uhr) festgelegt. Fahrten zum Ärztehaus oder ins Krankenhaus nach Dillenburg sind mit einem Bürgerbus nicht möglich, da dieser nur in dem Gebiet der Stadt verkehren darf.

Die Nutzer müssen sich eine Woche vor dem gewünschten Fahrtantritt bei der Stadt Haiger melden und ihren Fahrtwunsch melden. Die Verwaltung erstellt dann einen „Fahrplan“ für die ehrenamtlichen Fahrer - die Rückfahrzeiten werden zwischen den Fahrgästen und den Fahrern individuell vereinbart. Zu diesem Zweck wird der Bürgerbus mit einem Mobiltelefon ausgestattet.  Die Nutzung des Bürgerbusses ist grundsätzlich kostenlos, allerdings soll eine Spendenbox für die Fahrer aufgestellt werden.

Das Parlament hat der Anschaffung eines neunsitzigen „Renault Master“ beschlossen. Das Fahrzeug wird in Kürze bestellt und ist werbe-finanziert, sodass nur die Unterhaltungskosten auf die Stadt Haiger zukommen. Im Rathaus und den politischen Gremien wurde auch über ein Elektrofahrzeug nachgedacht. Doch es gab keinen 9-Sitzer mit E-Motor auf dem Markt. Angebotene 7-Sitzer haben eine geringe Reichweite und sind sehr beengt, sodass es bei älteren oder mobilitätseingeschränkten Personen zu Schwierigkeiten beim Einstieg kommt.

An den Tagen, an denen der Bürgerbus nicht als solcher im Einsatz ist, kann der Bus gemietet werden.

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