Viele hoch interessante Projekte


„Der Hessentag und das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept ISEK bieten eine große Chance für uns, viele interessante Projekte voran zu treiben“, sagte Bürgermeister Mario Schramm in der letzten Sitzung des Ausschusses „Umwelt, Bauen, Stadtentwicklung“. Gemeinsam mit Bauamtsleiter André Münker stellte er unterschiedliche Stadtentwicklungsprojekte vor. Münker schilderte den aktuellen Planungsstand und den Stand der Verhandlungen in den Ministerien in Wiesbaden, in denen es um Zuschüsse für die Maßnahmen geht.

„Das Bauamt ist mit vielen Aufträgen befasst - jedes zweite Wort war dabei der Begriff ‚Förderung‘“, berichtete Bürgermeister Schramm. Er dankte dem Parlament für den Beschluss, sich für das Landesprogramm „Lebendige Zentren“ zu bewerben. „Dadurch werden in den kommenden zehn Jahren Projekte der Stadtentwicklung gefördert. Das ist eine Riesenchance für Haiger“, erklärte Schramm. Auch der Hessentag sorge dafür, dass die Stadt an begehrte Zuschüsse komme. Angesichts schwieriger Zeiten sei es sehr problematisch, an Fördermittel zu kommen. Für Haiger gelte jedoch durch die Ausrichtung des Hessentags das Motto: Wir sind in vielen Förderprogrammen schon drin!“ Schramm den Stadtverordneten im Namen des Magistrats für die Beschlüsse zum Hessentag und dem ISEK-Programm.

Bauamtsleiter André Münker erklärte, es gebe „etliche große und kleinere Projekte, die zum Teil bereits angelaufen sind“. Das ISEK-Förderprogramm des Landes und des Bundes sei gespickt mit tollen Projekten, die durchdacht werden müssten. Der Be- reich vom Bahnhof über die Innenstadt bis zum „Haarwasen“ falle in das Fördergebiet. Das Parlament müsse im Februar 2021 einen Beschluss über die Projekte fassen, die gefördert werden sollen. Es handele sich um ein Programm der politischen Gremien gemeinsam mit der „lokalen Partnerschaft“. Münker: „Wichtig ist, dass die Bevölkerung, der Handel, das Gewerbe und die Dienstleister mit dabei sind.“ ISEK laufe unter Mitwirkung der Bürger.

Eine Auswahl der Projekte

 Große Hoffnungen setzt die Verwaltung in eine Radwegeverbindung zwischen Langenaubach und Breitscheid. Der „Rabenscheider Tunnel“ könnte von der Bahn erworben werden. Ein Förderantrag über die Nahmobilitätsförderung wurde bereits gestellt, die Zusage für eine Beihilfe aus Wiesbaden liegt seit wenigen Tagen vor. Jetzt soll weiter geplant werden. Vor allem statische Untersuchungen des über 1100 Meter langen Tunnels sind erforderlich. „In Kooperation mit der Gemeinde Breitscheid könnte das in Verbindung mit der Blockhütte Langenaubach, dem Tretbecken am Aubach und dem Herbstlabyrinth ein touristisches Highlight werden.

 Haiger ist auf dem Weg zur Klimakommune. Die Ausschüsse und die Stadtverordnetenversammlung befassen sich mit diesem Thema. Dazu gehören zum Beispiel Klimamaßnahmen wie Baumpflanzungen, Renaturierungen und mehr

 Das Thema Umbau der Kläranlage wird nach der Sommerpause in die Beratungen gehen. Die Gespräche mit dem Land Hessen und dem Regierungspräsidium laufen noch. Eine Entscheidung über das weitere Vorgehen wird nach den Sommerferien vom Parlament gefällt.

 In Sachen Stadthalle wird über eine Sanierung nachgedacht, die 8,8 Millionen Euro kosten würde. Ein Neubau würde etwa 14,4 Mio. Euro kosten. Der Neubau des Feuerwehrhauses in Haiger ist in Planung. Da die Kosten derzeit auf rund 3,4 Millionen Euro geschätzt werden, ist eine europaweite Ausschreibung erforderlich. Die Auftragsvergabe erfolgt in Kürze, dann kann ab Juli die Planung beginnen

 Im Zusammenhang mit dem Bahnhof Haiger, der sich in Privatbesitz befindet, laufen Gespräche mit dem Rhein-Main- Verkehrsverbund und der Deutschen Bahn sowie einem Planungsbüro. Der bestehende Bahnsteig ist für den Hessentag nicht geeignet (fehlende Barrierefreiheit). Derzeit laufen Überlegungen, wie der Zugang für Gehbehinderte ermöglicht wer- den kann. Lösungen für den Hessentag sind wesentlich abhängig von der Freigabe durch die Deutsche Bahn. Die Deutsche Bahn wird sich allerdings sehr wahrscheinlich nicht an den Kosten beteiligen

Das Rückhaltebecken bei Sechshelden wird etwa 3,3 Mio. Euro kosten

 Hochwasser-Rückhaltebecken in Sechshelden: Die Antragsunterlagen für das 3,3-Millionen-Projekt (14 DIN A4 Ordner) sind im Rathaus eingegangen und werden an das Regierungspräsidium Gießen weitergeleitet. Die Verwaltung hofft auf baldige Genehmigung und einen Zuwendungsbescheid des Landes Hessen.

 Der Karl-Löber-Platz und die Renaturierung des Aubachs sind seit Jahren ein Thema der Stadtentwicklungskommission. Ein Antrag für das Programm „Lebendige Zentren“ wurde formuliert. Die Fachplanungen laufen ebenso wie Gespräche mit den Stadtwerken (Kanalisation). Ein Bebauungsplan ist in Arbeit. Bis Mitte 2021 könnten die Planungen fertig sein, dann könnte der Umbau beginnen.

 Auch die Quartierentwicklung am Obertor ist ein Thema. Hier muss die Straße grunderneuert werden. Außerdem geht es um das ehemalige Krankenhaus, die Bücherei, diverse Neubauten und Sanierungen. Die Stadt denkt an eine Alleebepflanzung und will über die Quartierentwicklung mit den Anwohnern reden. Unter anderem wurde ein Antrag zur Förderung von Fassadensanierungen im Programm „Lebendige Zentren“ gestellt.

Im Stadthaus am Marktplatz könnte in Kooperation mit der Lebenshilfe ein Bistro entstehen

 Für das „Stadthaus am Marktplatz“ (Haus Ehe) liegt ein Entwurf zum Umbau vor. Ein Förderantrag im Programm „Le- bendige Zentren“ wurde gestellt. Die Verwaltung sieht die Chance, hier mit der Lebenshilfe gemeinsam ein Bistro unterzubringen. Außerdem könnten das Kulturamt und der Fachdienst Öffentlichkeitsarbeit hierher umziehen, was die Platznot im Rathaus beenden würde. Auch ein Hessentagsbüro könnte hier, direkt am Marktplatz, entstehen.

 Im Umfeld des Haarwasens könnte ein Freizeit- und Naherholungsgebiet entstehen. „Die Ideen im Rathaus haben sich schon stark verdichtet“, sagte André Münker. Es gebe eine Planung für einen Panorama-Rundweg, der am Schützenhaus beginnen und in Richtung Allendorf führen soll. Er könnte auf der ehemaligen Bahnlinie verlaufen und asphaltiert werden, um ihn auch gehbehinderten Menschen nutzbar zu machen. Auch an LED-Lampen und Ruhebereiche im Bereich der alten Bahnstrecke ist gedacht. In Höhe des Trimmpfad-Parkplatzes soll ein Abenteuerspielplatz mit vielen Spielgeräten aus Holz entstehen.

 Die Allendorfer Straße, ehemalige Bundesstraße, muss zu einer Stadtstraße zurückgebaut werden. Auf der Talseite wird ein Gehweg entstehen, hinzu könnte eine Alleebepflanzung kommen. Außerdem wird über einen Radweg nachgedacht

 Die Sanierung der Mehrzweckhalle in Allendorf hat begonnen. Die Genehmigung liegt vor, im Herbst dieses Jahres soll die Sanierung abgeschlossen werden. Für den Anbau an das Feuerwehrhaus Roßbachtal liegt die Genehmigung mittlerweile vor. Die Arbeiten sollen in Kürze starten und in 2021 abgeschlossen werden.

 Die Planungen für eine Erweiterung des Feuerwehrhauses Weidelbach laufen

 Auch die Wohngebietsentwicklung läuft. Mehrere Bauleitpläne liegen offen. Die Stadt hofft, für viele Bauwillige Wohnraum zur Verfügung stellen zu können

 Mehrere Infrastrukturmaßnahmen in Haiger und den Stadtteilen laufen bereits. In der Unteren Pfarrstraße in Haiger hat die Anliegerversammlung stattgefunden, der Auftrag für die Erneuerung der Straße wurde erteilt. Ebenfalls Erneuerungsarbeiten sind geplant in der Ortsdurchfahrt Weidelbach, in der Landesstraße 3044 (Westerwaldstraße, Bahnübergang Obertor bis Abzweig Flammersbach), in der Ortsdurchfahrt Steinbach (Kooperation mit Lahn-Dill-Kreis und Land Hessen), in der Turmstraße in Weidelbach und der Scheidstraße in Allendorf (Baumaßnahmen haben begonnen).

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