„Gegen das Vergessen – Haiger erinnert sich“ ist der Titel einer Veranstaltung, zu der die Stadt Haiger für den 27. Januar (Dienstag, 17 Uhr) in die Stadtbücherei einlädt. Anlässlich des Holocaust-Gedenktages stehen die Themen Jüdische Familie, Euthanasie-Opfer, Zwangsarbeiter und Sinti sowie politisch und religiös Verfolgte im Mittelpunkt. Mit diesen Bereichen befasst sich auch das neue Buch „Gegen das Vergessen“, das von Susanne Menges (Stadtarchiv), Andreas Rompf und Lea Siebelist (Kulturamt) verfasst und gestaltet wurde. Das 56-seitige „Haigerer Heft“ ist ab dem 27. Januar für acht Euro in der Touristinfo erhältlich.
In der neuen Veröffentlichung wird an 85 Menschen aus Haiger und seinen Stadtteilen erinnert – soweit möglich und bekannt, jeweils mit einer kleinen Biografie und Fotos. In der Veröffentlichung geht es den Autoren darum, zu zeigen, dass viele Menschen aus unterschiedlichen Gründen unter dem NS-Regime gelitten haben – manche waren „nur“ eine Nacht im Gefängnis, andere wurden ermordet oder starben infolge unmenschlicher Zwangsarbeit.
„Wir wollen nicht von dem Unrecht ablenken, das den jüdischen Menschen geschehen ist. Wir wollen aber die anderen auch nicht vergessen“, erklären die Autoren. Es gehe nicht um „mehr Leid oder weniger Leid“, deshalb werde an alle Opfer erinnert, die bis heute bekannt seien.
Dieses Heft solle dazu beitragen, das Erinnern in Haiger weiterzutragen. Es lade dazu ein, genauer hinzusehen, Fragen zu stellen und die Schicksale der Menschen hinter den Namen wahrzunehmen. „Gedenken ist keine abgeschlossene Aufgabe. Es ist ein lebendiger Prozess, der uns miteinander verbindet und uns auch heute noch Verantwortung abverlangt. Möge dieses Heft ein Schritt dazu sein“, schreiben die Autoren im Vorwort.
Die Verantwortung reicht bis heute
In der Veranstaltung sollen einige typische Lebensgeschichten von NS-Opfern vorgestellt werden. Susanne Menges aus dem Stadtarchiv hatte in vielen Stunden Fakten zu den Männern, Frauen und Kindern zusammengetragen.
Haigers Stadtverordnetenvorsteher Bernd Seipel (CDU), der bereits den Einbau der „Stolpersteine“ zur Erinnerung an Haigerer Juden begleitet hatte, wird sich ebenso wie Bürgermeister Mario Schramm (parteilos) mit einem Redebeitrag an der Gedenkveranstaltung beteiligen. Nach dem offiziellen Teil soll es auch die Gelegenheit für einen Austausch und Gespräche geben.
