„Gegen das Vergessen“ ist der Titel eines Buches, das die Stadt Haiger im Januar vorgestellt hat. Das Interesse der Bürgerschaft war so groß, dass das Werk schnell ausverkauft war - jetzt liegt die neue Auflage in der Touristinfo (Stadthaus) vor und kann erworben werden.
Im Mittelpunkt des Buches stehen die Verbrechen der NS-Zeit im Raum Haiger. Susanne Menges (Stadtarchiv), Andreas Rompf und Lea Siebelist (Kulturamt) haben das Buch verfasst und gestaltet. Es handelt unter anderem von Bereichen Euthanasie-Opfern, Zwangsarbeitern und Sinti sowie politisch und religiös verfolgten Haigerern. Das 56-seitige „Haigerer Heft“ ist für acht Euro in der Touristinfo erhältlich.
In der Veröffentlichung wird an 85 Menschen aus Haiger und seinen Stadtteilen erinnert – soweit möglich und bekannt, jeweils mit einer kleinen Biografie und Fotos. In der Veröffentlichung geht es den Autoren darum, zu zeigen, dass viele Menschen aus unterschiedlichen Gründen un- ter dem NS-Regime gelitten haben – manche waren „nur“ eine Nacht im Gefängnis, andere wurden ermordet oder starben infolge unmenschlicher Zwangsarbeit.
„Wir wollen nicht von dem Unrecht ablenken, das den jüdischen Menschen geschehen ist. Wir wollen aber die anderen auch nicht vergessen“, erklären die Autoren. Es gehe nicht um „mehr Leid oder weniger Leid“, deshalb werde an alle Opfer erinnert, die bis heute bekannt seien. Dieses Heft solle dazu beitragen, das Erinnern in Haiger weiterzutragen. Es lade dazu ein, genauer hinzusehen, Fragen zu stellen und die Schicksale der Menschen hinter den Namen wahrzunehmen.
