Haiger erinnert an Altbürgermeister Kröckel


Die Stadt Haiger erinnert an einen Mann, „der viele Grundsteine für die positive Entwicklung der Stadt gelegt hat“, wie es Bürgermeister Mario Schramm ausdrückte. Altbürgermeister Willi Kröckel wäre heute (Mittwoch, 21. Januar) 100 Jahre alt geworden.

Willi, wie ihn die meisten Haigerer nannten, war ein Mann, der Haiger und hier vor allen Dingen die Stadtverwaltung über 30 Jahre geleitet und wesentlich geprägt hat. „Für ihn galt das Motto ‚Net schwätze, mache!‘“, blickt der amtierende Bürgermeister Schramm zurück. Durch den gebürtigen Beilsteiner, der in den fünfziger Jahren jüngster Bürgermeister Hessens und später dienstältester Rathaus-Chef des Bundeslandes war, habe sich Haiger zu dem entwickeln können, was es heute ist: Eine lebens- und liebenswerte Stadt.

„Magistrat und Verwaltung denken mit großer Anerkennung an einen Mann zurück, der große Fußstapfen in unserer Stadt hinterlassen hat und dem wir viel zu verdanken haben“, sagte Bürgermeister Schramm.

Willi Kröckel prägte 36 Jahre lang die Geschicke Haigers. 1945 trat er als 19-jähriger Kriegsheimkehrer in die Stadtverwaltung ein und wurde schon 1954, neun Jahre später, Bürgermeister. Ohne Parteibuch, aber mit großer Überparteilichkeit, führte er Haiger mit Weitsicht und diplomatischem Geschick. Unter seiner Ägide wuchs die Stadt wirtschaftlich von 1100 auf 11.000 Arbeitsplätze. Er setzte auf Industrieansiedlung, moderne Infrastruktur, Altstadtsanierung, Schulen und kulturelle Angebote. Die Gebietsreform gestaltete er aktiv mit und formte aus Kernstadt und 13 Stadtteilen eine wirtschaftlich und finanziell solide Kommune. Auch die Partnerschaft mit Montville und ein ehrenamtliches Engagement im Deutschen Roten Kreuz lagen ihm am Herzen.

Bis zuletzt blieb er mit dem Ehrentitel „Altbürgermeister“ präsent und besuchte Stadtverordnetensitzungen. Zu seinen Ehren wurde 2011 die Willi-Kröckel-Allee in Haiger nach ihm benannt. Willi Kröckel verstarb am 27. Oktober 2009.