Der Rathaus-Chef war tief beeindruckt. „55 Jahre im Ehrenamt, das ist ja fast ein ganzes Leben“, sagte Bürgermeister Christian Helfert, als er kürzlich Helmut Fey aus Allendorf besuchte. Dieser war nach 55 Jahren als stellvertretender Ortsgerichtsvorsteher im stolzen Alter von 90 Jahren in den Ruhestand getreten. „Das Amtsgericht hat zwar gefragt, ob ich nochmal fünf Jahre weiter mache – aber ich denke, dass jetzt die Jüngeren dran sind“, scherzte der gelernte Architekt.
„Unsere Gesellschaft wird lebenswert durch Menschen, die sich für ihre Mitbürger einsetzen – Sie haben das in vorbildlicher Weise getan“, sagte Bürgermeister Christian Helfert und überreichte als Dankeschön für das große Engagement einen Präsentkorb mit Haigerer Spezialitäten. Es sei erfreulich, dass Fey bis zuletzt mit Freude im Ortsgericht tätig gewesen sei. „Solche Leute brauchen wir“, erklärte Helfert und dankte auch Feys Ehefrau Thea, die ihren Mann stets bei seinem Ehrenamt unterstützt hatte. Der heute 90-Jährige wurde vor über 50 Jahren im Amtsgericht Dillenburg vereidigt. Kurz zuvor hatte ihn der damalige Ortsbürgermeister Karl-Jürgen Triesch gefragt, ob er sich eine Tätigkeit im Ortsgericht vorstellen könne. Fey sagte zu und konnte in dem Ehrenamt – zum Beispiel bei Schätzungen – seine Kenntnisse als Architekt einbringen. „Ich war immer ein Bau-Mensch“, meint der Senior schmunzelnd. Er war unter anderem in Burgsolms, bei der Firma „Haas & Sohn“ und über 20 Jahre im Hochbau für die Stadt Dillenburg tätig.
„Vor allem habe ich vielen Menschen helfen können, und das war die Hauptsache“
„Jede Schätzung ist ein besonderer Fall“, blickt Helmut Fey zurück: „Ärger oder besonders spektakuläre Fälle gab es eigentlich nicht.“ Das könnte an der ruhigen und besonnenen Art des Seniors liegen, der äußerst positiv auf seine 55-jährige Amtszeit zurückschaut: „Es hat Spaß gemacht. Vor allem habe ich vielen Menschen helfen können, und das war die Hauptsache.“
