Wie lassen sich Menschen für fairen Handel begeistern und gemeinsam erfolgreich Aktionen umsetzen? Von welchen Erfolgsprojekten können andere Städte berichten? In welche etablierten Angebote kann der Fairtrade-Gedanke eingebunden werden? Mit diesen Fragen beschäftigte sich das achte Vernetzungstreffen der hessischen Fairtrade-Kommunen und -Kreise im Renthof Hotel in Kassel. Auch die Stadt Haiger nahm als zertifizierte Fairtrade-Town teil und sammelte zahlreiche Ideen für das Engagement vor Ort.
So soll ab sofort die Kommunikation innerhalb der Projekt-Werkstatt „Fairtrade-Stadt Haiger“ über die App „HaigerLife“ laufen. Diesen Tipp nahmen die Kolleginnen Theresa Fetz-Helfert und Lea Siebelist vom städtischen Fachdienst Öffentlichkeitsarbeit aus einem Workshop namens „Langfristig erfolgreich: Kontinuierliches Engagement in Steuerungsgruppen“ mit. In der Vergangenheit liefen die Abstimmungen per Mail: Protokolle, Terminanfragen und Nachfragen wurden per Verteiler verschickt. Nun soll die App-Gruppe alle Informationen bündeln und die Zusammenarbeit erleichtern.
Die Kolleginnen aus dem Stadthaus nahmen weitere spannende Ideen mit, die sie nun Schritt für Schritt umsetzen möchten. „Es ist immer wieder bereichernd, sich mit anderen Akteuren zu vernetzen und sich über Herausforderungen und Erfolge auszutauschen. Eine tolle Community, die ein gemeinsames Ziel teilt: den Fair-Handelsgedanken in die Gesellschaft zu tragen“, resümierte Lea Siebelist, die das Fairtrade-Projekt in Haiger betreut.
„Fairtrade ist in Kassel kein abstrakter Begriff“
Zum ersten Mal fand das Vernetzungstreffen in Kassel statt und brachte Menschen aus Verwaltung, Wirtschaft, Bildung und Zivilgesellschaft zusammen. Seit April 2024 ist Kassel zertifiziert, und anlässlich des Zusammenkommens wurden verschiedene Projekte der vergangenen Jahre präsentiert: Wie beispielsweise 400 faire Fuß- und Handbälle für die Kasseler Sportvereine, die soziale Arbeit der „StreetBolzer“ oder eine offene Kaffeetafel vor dem Rathaus. „Fairtrade ist in Kassel kein abstrakter Begriff“, betonte Stadtrat Dieter Beig (Bündnis 90/Die Grünen) in seinen Grußworten. Besonders spannend war der Vortrag von Jasmin Ohlendorf, Direktorin des Renthofs Kassel.
Das Hotel, dessen Geschichte bis ins Jahr 1298 zurückreicht, hat sich in den vergangenen Jahren intensiv mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigt. Schritt für Schritt wurden Angebote und Abläufe angepasst – von regionalen Produkten auf der Speisekarte bis hin zu transparenten Informationen über die zurückgelegten Transportkilometer der Lebensmittel. „Für uns ist Nachhaltigkeit kein Projekt, sondern eine Lebenseinstellung“, sagte Jasmin Ohlendorf. Auch aus anderen Städten gab es Rückblicke zur möglichen Inspiration: von ökumenischen Gottesdiensten zur Fairen Woche mit anschließendem Fairtrade-Kirchenkaffee bis hin zu Kleidertauschpartys im Rahmen der Fashion Revolution Week. Dabei ging es auch um Aufklärung zu den Bedingungen in der Textilindustrie und die Folgen des Fabrikeinsturzes Rana Plaza.
Fairtrade-Town Haiger
Fairtrade-Towns setzen sich für fairen Handel, nachhaltigen Konsum und bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen weltweit ein. Ziel ist es, das Thema Fairtrade im Alltag sichtbarer zu machen und Menschen für globale Verantwortung zu sensibilisieren.
Am 19. Mai 2021 wurde die Stadt Haiger als „Fairtrade-Town“ von Fairtrade Deutschland ausgezeichnet. Seitdem existiert eine Projekt-Werkstatt aus verschiedenen Akteuren, die sich gemeinsam dafür einsetzen, den fairen Handel durch Aktionen und Öffentlichkeitsarbeit vor Ort zu unterstützen.
Wer bei dem Programm mitmachen möchte, kann sich gerne bei Lea Siebelist unter lea.siebelist@haiger.de melden. Neue Interessierte sind jederzeit herzlich willkommen!
