Wie verhalte ich mich bei einer Rauchentwicklung? Was bedeuten die Gefahrenschilder in der Kita? Und wie rufe ich die Feuerwehr? Die Brandschutzerziehungstage der Stadt Haiger zusammen mit den örtlichen Feuerwehren behandeln auf spielerische Weise essenzielle Fragen rund um das Thema „Brandschutz“ in den städtischen Kindertageseinrichtungen.
Immer mit dabei sind der kleine Drache Grisu und natürlich Franziska Orth – sie ist Erziehrin der Kita Langenaubach und gleichzeitig ausgebildete Feuerwehrfrau der Feuerwehr Haiger-Mitte. Sie führt im Auftrag der Stadt Haiger diese Lerntage in den Kitas durch.
Zweitägiges Projekt kann in allen Kindertageseinrichtungen der Stadt stattfinden
„Die 15 Kindertageseinrichtungen innerhalb der Stadt Haiger können sich gerne bei mir melden und wir vereinbaren ein Vorgespräch zum Ablauf des zweitägigen Projekts. Das Highlight für die Kinder ist meistens der Besuch bei der Feuerwehr“, berichtet „Franzi“ Orth. Eine Kontaktaufnahme mit ihr ist unter der E-Mail-Adresse: Brandschutzerziehung@haiger.eu möglich. „Kommunen sind laut dem Hessischen Brand- und Katastrophenschutzgesetz (kurz: HBKG) dazu verpflichtet, für die Brandschutzerziehung und -aufklärung zu sorgen“, so Bürgermeister Mario Schramm. „Deshalb freut es mich ganz besonders, da wir in Franziska Orth eine Vollblutfeuerwehrfrau gefunden haben, die diese wichtige Sache ganz toll meistert.“
Optimale Kombination: Erzieherin gehört auch zur Einsatzabteilung der Haigerer Wehr
Das Land Hessen unterstützt dabei mit kostenlosem Brandschutzerziehungsmaterial. Bereits seit 2018 kümmert sich Franziska Orth um die Brandschutzaufklärung in der Kita Langenaubach; dort ist sie auch als Erzieherin angestellt. Durch ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement in der Einsatzabteilung der Feuerwehr Haiger-Mitte – und als Jugendwartin – bringt sie die notwendige Ausbildung für die qualifizierte Vermittlung von Brandschutzerziehung mit. Mit ihrer offenen und liebevollen Art erklärt sie den Kleinen kindergerecht wichtige Verhaltensweisen. Zum Beispiel für den Fall, sollte ein Feuer ausbrechen. Oder für die Frage, wie ein Notruf richtig abgesetzt wird. Zur Veranschaulichung kombiniert sie die Theorie mit kleinen Spielchen, sodass das Gelernte direkt in Erinnerung bleibt. Die sehr anschaulichen dreidimensionalen Modelle, die bei der spannenden Schulung verwendet werden (Verbrennungsdreieck, Flamme, Notrufnummer, etc.) hat ein Kamerad der Feuerwehr Haiger-Mitte selbst designt und hergestellt. So brachte Franziska beispielsweise ein Puppenhaus mit, das ein Feuerwehr-Kamerad aus Langenaubach eigens umgebaut hat, um die Rauchentwicklung zu zeigen. „Am meisten Spaß gemacht hat mir, als wir von dem Haus den Rauch gesehen haben“, berichtete ein Junge ganz stolz. Verständlich, denn Schritt für Schritt konnten die Kinder mitverfolgen, wie der kleine Raum immer verqualmter wurde und nach dem Öffnen der Zwischentür, ging sogar ein Rauchmelder im Puppenhaus-Flur an. Das bleibt in Erinnerung!
Die Notrufnummer „112“ wird durch einen coolen Tanz gelernt
Im Rahmen dieser Einheit ging es darum, wie die Kinder sich im Brandfall verhalten sollen: Türen und Fenster schließen, hinausgehen, keinen Aufzug nehmen, draußen Hilfe rufen und die 112 wählen. Untermalt wurde die Notrufnummer durch einen kleinen Tanz, den die Kids innerhalb weniger Sekunden draufhatten. Ganz wichtig war der Leitsatz: Schnell raus und Spielsachen liegenlassen, denn „Spielsachen kann man neu kaufen, uns aber nicht“, betonte die Brandschutzerzieherin.
Bei der Lerneinheit „Notruf wählen“ wurde ein Test-Notruf abgesetzt, und die Kinder übten, bei einem solchen Telefonat ruhig zu sprechen, wichtige Informationen weiterzugeben und aufmerksam zuzuhören. Erlerntes Wissen wurde also von den wissbegierigen Mädchen und Jungen immer direkt in der Praxis vertieft.
„Spielsachen kann man neu kaufen, uns aber nicht“
„Ich habe heute gelernt, dass man rausgehen muss, wenn ein Feuer ist. Und man muss die Feuerwehr rufen, wenn man draußen ist“, fasste die kleine Isabella am Ende des Projekttages zusammen. Gut, dass die kleinen Nachwuchs-Brandexperten bei ihrem Gang durch die Kita-Flure schnell die drei wichtigen Gefahrenschilder entdeckten, die ihnen nach der Lerneinheit vertraut vorkamen: Notausgang, Feuerlöscher und Sammelstelle. „Draußen hängen diese Schilder, wo man sich sammeln muss“, fügte Kita-Kind Oskar hinzu. Die Brandschutzerziehungstage sollen den Kindern verdeutlichen, dass Feuer nicht immer nur faszinierend ist, sondern auch gefährlich werden kann. Denn zum einen hat Feuer viele gute Eigenschaften – Kochen, Helligkeit, Wärme –, zum anderen kann es auch verbrennen und lebensgefährlich werden. Brandstiftung verursacht durch Neugierde kann dadurch reduziert werden. Außerdem bauen die Kinder durch Aufklärung Ängste vor dem Feuer ab und können im Ernstfall ruhig bleiben und Handlungssicherheit bewahren. Am zweiten Tag der Brandschutzaufklärungstage steht in der Regel ein Besuch beim örtlichen Feuerwehrhaus an. Dort lernen die Kleinen die Fahrzeuge sowie die Feuerwehrmänner und -frauen kennen und können Fragen zu deren Arbeit stellen. Ziel des Kennenlernens ist auch, dass die Kinder im Ernstfall mit der Feuerwehr zusammenarbeiten und sich helfen lassen. Sie gehen außerdem als positive Vorbilder im Umgang mit Feuer voran und dieses Verantwortungsbewusstsein prägt sich ein.
Das Angebot der Brandschutzerziehung gilt für alle Kitas im Stadtgebiet Haiger
Die von der Stadt Haiger freigestellte und beauftragte Brandschutzerzieherin freut sich auf weitere Projekttage und Anmeldungen aus den Kitas. Die Einheiten werden in kleinen Gruppen durchgeführt, und es ist keine weitere Erzieherin erforderlich. Auch das Material für die Erklärungen bringt „Franzi“ mit. Das Angebot ist für die Kindertageseinrichtungen kostenlos. Die Stadt Haiger freut sich über das Engagement und bedankt sich bei Franziska Orth und allen ehrenamtlichen Helfern aus den einzelnen Feuerwehren für ihre Bereitschaft, ihr Fachwissen zu teilen und eine professionelle Brandschutzaufklärung in den Kitas zu ermöglichen. Früh übt sich!
