Schon gewusst, dass manche Sprichwörter, die heute selbstverständlich im Alltag verwendet werden, in der Leinenherstellung ihren Ursprung haben? So verhält es sich beispielsweise auch mit dem Sprichwort „Ich habe den Faden verloren!“. Und wie entsteht aus der unscheinbaren Pflanze Flachs hochwertiger Leinenstoff? Interessante Informationen rund um die regionale Handwerks- und Kulturgeschichte liefert das Leinen- und Spitzenmuseum in Haigerseelbach. Das Museum in der Seelbachstraße 9 öffnet wieder am 6. September (Sonntag) von 14 bis 17 Uhr seine Türen.
Zum Hintergrund: Einer der Schritte bei der Leinenverarbeitung war das Spinnen. Dabei kam es oft vor, dass der Faden während des Arbeitsprozesses abriss ist. Dann musste er mühsam wieder eingefädelt werden, um weiterarbeiten zu können. Heutzutage verwenden Menschen das Sprichwort „Ich habe den Faden verloren“, wenn plötzlich der Denkprozess unterbrochen wird und man nicht mehr an diesen anknüpfen kann. Interessante Hintergründe, wie heute bekannte Sprichwörter, die ehemals aus der Leinenherstellung kommen, liefert das Museumsteam aus dem Leinen- und Spitzenmuseum. Im Mittelpunkt des Museums stehen drei große Ausstellungsbereiche: „Vom Flachs zum Leinen“, „Spitze & Handwerkskunst“ sowie „Leinen heute“. Die Ausstellung zeigt den Weg von der Aussaat des Flachses über dessen Verarbeitung bis hin zum fertigen Gewebe und vermittelt gleichzeitig einen Eindruck vom Alltag früherer Generationen. Auf großes Interesse stoßen regelmäßig die Live-Vorführungen des Flachsbrechens, des Spinnens und Webens.
Filigrane Spitzen im Obergeschoss
Im Obergeschoss wird die Spitzenkunst, unter anderem Klöppelarbeiten, Stickereien und historische Spitzenkleider, präsentiert. Zu sehen ist beispielsweise die handgefertigte irische Carrickmacross-Spitze, die auch im Brautkleid von Lady Diana verarbeitet wurde. Der Eintritt ins Leinen- und Spitzenmuseum beträgt 2,50 Euro für Erwachsene, Kinder bis 12 Jahre haben freien Eintritt. Im Eintrittspreis enthalten ist eine Führung durch das Museum. Dabei erhalten Gäste interessante Einblicke in die Geschichte des Flachsanbaus, die Leinenherstellung sowie die traditionsreiche Spitzenkunst. Gruppenführungen sind auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten möglich. Hierfür können sich Interessierte an die Touristinfo unter der 02773-811 480 oder per Mail an kulturamt@haiger.de wenden.
