Wenn das kein Grund zur Freude ist? Der Motorsportclub Sechshelden darf sich „Landesstützpunkt“ nennen. Vertreter des DMSB (Deutscher Motor Sport Bund) sowie des Hessischen Fachverbandes überreichten am Rande der Motocross-Strecke im alten Sechsheldener Steinbruch eine Plakette, mit dem der neue Status des 305 Mitglieder starken Vereins ausgewiesen wird. „Wir freuen uns sehr und fühlen uns geehrt“, sagte der Vorsitzende Benjamin Koob: „Dieser Titel hat uns noch gefehlt.“
Kein Wunder: Über 30 Vereine aus Hessen hatten sich Hoffnung gemacht, als Landesstützpunkt ausgewählt zu werden. Den Zuschlag erhielten schließlich die Sechsheldener, weil sie unter anderem mit den Bereichen Nachwuchsarbeit, Trainer, Rennen und professionelle Infrastruktur punkten konnten.
„Dieser Verein ist der Zukunft zugewandt“
„Dieser Verein ist der Zukunft zugewandt, was diese Auszeichnung deutlich belegt. Sie können zu Recht stolz sein“, sagte der Erste Stadtrat Niklas Debus (CDU), der Bürgermeister Mario Schramm bei der Übergabe der Auszeichnung vertrat. Er freue sich sehr, dass die Kooperation zwischen der Stadt und dem MSC gut funktioniere. „Hier wird Motorsport auf hohem Niveau betrieben – dieser Verein hat Zukunft“, zeigte sich Debus überzeugt und versprach, beim nächsten Rennen im August als Zuschauer dabei zu sein.
In einer Sitzung des Deutschen Motorsportbundes (DMSB), des Landessportbundes Hessen (LSB) sowie des Hessischen Fachverbandes für Motorsport (HFM) war zuvor bestätigt worden, dass der MSC Sechshelden zum Landesstützpunkt Hessen ernannt wird.
Der Club ist im fünften Jahr in Folge der erfolgreichste Motocross-Verein Hessens
Der Club ist bereits im fünften Jahr in Folge der erfolgreichste Motocross-Verein Hessens, was den hohen sportlichen und organisatorischen Standard eindrucksvoll unterstreicht. „Mit der Anerkennung als Landesstützpunkt wird unser Verein nun nicht mehr ausschließlich dem Breitensport zugeordnet, sondern gehört künftig offiziell dem Spitzensport in Hessen an“, erklärte Benjamin Koob. Damit vertrete man die Stadt Haiger und die Region über die Landesgrenzen hinaus auf einer neuen sportlichen Ebene und trage aktiv zur Talentförderung und Nachwuchsgewinnung im Leistungssport bei.
Am 22. und 23. August geht es im Steinbruch rund
Es gehe nicht vorrangig um Zuschüsse oder andere Unterstützung, sondern um Renommee. Außerdem könnten künftig überregionale Trainingseinheiten und Schulungen in Sechshelden stattfinden.
Im Steinbruch findet am 22. und 23. August wieder ein Motocross-Rennen mit über 300 Fahrern statt – an den Start gehen Kinder, Jugendliche und Erwachsene – die „Senioren“ sind über 70 Jahre alt. Auch Quadfahrer messen auf der Strecke ihre Kräfte – für die rund 2000 erwarteten Fans ein echter Leckerbissen. Aushängeschild des MSC ist derzeit der erst 12-Jährige Luca Nierychlo, der als KTM-Fahrer in der 85ccm-Klasse seines Jahrgangs die Europameisterschaft anführt und dem Bundeskader des DMSB angehört. „Das ist in der Region einzigartig“, freute sich Koob, der gemeinsam mit seinem „Vize“ Thomas Dietermann – selbst seit 50 Jahren Motocrosser – Philipp Müller, Marco Nierychlo (MSC-Vorstand) und Landestrainer Collin Dugmore die Urkunde entgegennahm. David Germann vom Hessischen Fachverband Motorsport lobte den MSC für sein großes Engagement und erklärte, Landesstützpunkte seien erforderlich, um in nicht-olympischen Sportarten Fördermittel zu erhalten. „Unser Ziel ist es, noch mehr Talente zu fördern. Dazu brauchen wir diese Landesstützpunkte“, erklärte Fabian Rühling (Koordinator DMSB).
Auch Trainer Collin Dugmore hob die Bedeutung des Stützpunktes hervor. „Hier wird Leistungssport betrieben. Die Sportler sind 30 Minuten lang mit einem Puls von etwa 190 unterwegs“, erklärte der einstige Profi. Da sei eine gute und vor allem professionelle Vorbereitung erforderlich. „Wir vermitteln Wissen und wir holen die Topfahrer nach Sechshelden“, umriss er die Ziele des Stützpunktes: „Das ist ein ganz toller Schritt für den MSC.“
Das nächste Projekt ist ein Brunnen, um die 110 Sprinkler zu versorgen
Und damit das so weitergeht, investieren die Motorsportler weiter in ihre Strecke und die Infrastruktur. Diese soll noch etwas erweitert werden. Außerdem soll ein Brunnen gegraben werden, um die 110 Sprinkler zu speisen, die die komplette Strecke bewässern können. Bis zum Rennen im August soll das kostspielige und aufwändige Projekt abgeschlossen sein.
