"Was willst Du mal beruflich machen?"


Für viele junge Menschen ist das Berufsleben schwer greifbar. Seit vielen Jahren gehen sie zur Schule – ein fest vorgegebener Weg – und wenn der Abschluss naht, bringt die Jobsuche Unsicherheiten mit sich. Wo liegen meine Stärken? Welcher Beruf passt zu meinen Noten? Welche Tätigkeiten könnten mir Spaß machen? Fragen wie diese sollte sich ein junger Mensch in der Orientierungsphase stellen, um ein Bild von einem möglichen „Traumjob“ zu bekommen. Andere Teenager sind bereits viel weiter und benötigen nur noch ein paar Tipps bei der Bewerbungserstellung. Genau hier setzt die Berufsberatung im Haigerer Jugendzentrum Paju an: Die Kolleginnen und Kollegen von der Arbeitsagentur für Arbeit stellen sich individuell auf den Ratsuchenden ein und geben ihm Hilfestellung in der Phase, in der er sich befindet.

 

Vor einigen Tagen fand die Auftaktveranstaltung im Haigerer Jugendzentrum statt, bei der die Beraterinnen Lydia Steiger und Bettina Friesen sowie Jannis Hammer der Arbeitsagentur zum ersten Kennenlernen vor Ort waren und interessantes Begleitmaterial mitbrachten. Das offene Treffen war bereits erfolgreich – besonders die VR-Brillen (Virtual reality) begeisterten, denn mit ihnen konnten die Jugendliche zwischen zahlreichen Ausbildungsberufen wählen und in die Jobwelten eintauchen.

Wer eine Einzelberatung wahrnehmen möchte, kann ab sofort im Paju in der Kreuzgasse (unterhalb Firma Dupp) Bescheid geben und einen Termin vereinbaren.

Berufliche Orientierung ist eine wichtige Aufgabe, mit der sich junge Menschen im Idealfall zwei bis drei Jahre beschäftigen sollten. Je nach Schulzweig wäre eine spielerische Auseinandersetzung mit dem Arbeitsleben ab der siebten Klasse empfehlenswert. In dieser Zeit werden drei Phasen, die Orientierungs-, Entscheidungs- und Bewerbungsphase, durchlaufen. Und unabhängig davon, wie weit ein Jugendlicher in diesem Prozess ist, die Berufsberaterinnen von der Arbeitsagentur für Arbeit unterstützen gerne und zielgruppenorientiert.

Bettina Friesen von der Arbeitsagentur empfiehlt allen, die sich am Anfang der Suche nach einem Ausbildungsplatz befinden, offen zu sein und sich eventuell Gedanken über die eigenen Stärken und Interessen zu machen. Sie betont, dass bei den Beratungen keine Berufsempfehlungen ausgesprochen werden, sondern die Jugendlichen durch die Hilfestellungen mehr über sich herausfinden und selbst einschätzen lernen, welcher Job zu ihnen passt.

Zur Unterstützung bei den Beratungen verwenden Bettina Friesen und Lydia Steiger (sie betreut als Berufsberaterin die Schüler der Johann-Textor-Schule) Berufskärtchen mit Informationen zu den Tätigkeiten und dem Gehalt und lustige „Herr Bert“-Figuren, die mit ihren Kostümen verschiedene Berufsbilder anspielen und eine gute Gesprächsvorlage geben, um über Jobs ins Gespräch zu kommen. Gerne zeigen die Berufsberaterinnen auch Internetplattformen, wie beispielsweise das BERUFE.TV (Berufe-Filme) oder BERUFENET (Berufe-Lexikon), und wie ein Jugendlicher sich in einem solchen Tool zurechtfinden kann. Stichwort: Medienkompetenz.

Rund 400 Filme zu Ausbildungsberufen 

„Es gibt so viele Angebote für die Jugendlichen. Aber man muss sie an die Hand nehmen und sie ihnen zeigen, damit sie sich zurechtfinden“, sagte Friesen. Eindrucksvoll ist beispielsweise das BERUFE.TV der Bundesagentur für Arbeit. Auf dieser Plattform werden rund 400 Ausbildungsberufe im Videoformat vorgestellt. Die kurzen Filme dauern meist zwischen vier bis sechs Minuten und bieten einen schnellen, realitätsnahen Überblick Einblick in die Berufsausbildungen. Klasse! Ein moderner Weg, Informationen zu vermitteln, der nah an den Alltagswelten der Jugendliche ist, denn bewegte Bilder erzeugen Aufmerksamkeit und sprechen auch die Zielgruppe an, die vielleicht weniger gerne zum Buch greift. Nah an der Alltagswelt der Jugendlichen ist außerdem die Entscheidung der Stadt Haiger, des Jugendzentrums sowie der Arbeitsagentur, diese Beratungsangebote nun ergänzend im Paju anzubieten: Viele junge Menschen nehmen die Paju-Mitarbeiter aufgrund ihrer regelmäßigen Besuche im Jugendzentrum als wichtige Ansprechpartner wahr, wenn sie Fragen oder Probleme haben. Eine Vernetzung mit der Arbeitsagentur kann die Jugendlichen genau dort abholen - und zwar, wenn die Paju-Mitarbeiter diesen Unterstützungsbedarf feststellen und direkt die Brücke bauen.