„Ein modernes Feuerwehrhaus ist eine Investition in die Sicherheit der Menschen und ein starkes Zeichen der Wertschätzung für das Ehrenamt“ – mit diesen Worten übergab Innenminister Roman Poseck der Stadt Haiger einen Förderbescheid über 179.300 Euro für den Neubau eines Feuerwehrhauses im Stadtteil Sechshelden. Die Stadt plant für das Projekt mit Gesamtkosten von rund 2,5 Millionen Euro.
Mit dem neuen Gebäude sollen der Brandschutz und die Allgemeine Hilfe, die Ausrüstung sowie die Personalgewinnung und -entwicklung der Feuerwehr Haiger verbessert werden. Zur Förderbescheid-Übergabe vor Ort waren auch Bürgermeister Christian Helfert, Stadtverordnetenvorsteher Bernd Seipel, Vertreter des Magistrates sowie der Stadtbrandinspektor Andreas Dilauro und sein Stellvertreter Maximilian Michels.
Feuerwehr ist Rückgrat der Gefahrenabwehr
Innenminister Roman Poseck betonte: „Die Freiwilligen Feuerwehren sind das Rückgrat der Gefahrenabwehr in unserem Land. Ihre Mitglieder sind rund um die Uhr für ihre Mitmenschen da, sie löschen Brände, retten Leben und helfen immer dann, wenn Not am Mann ist. Dafür verdienen sie nicht nur unseren Dank und unsere Anerkennung, sondern auch die bestmöglichen Rahmenbedingungen.“ Dazu gehöre eine moderne Ausstattung ebenso wie ein Feuerwehrhaus, das den heutigen Anforderungen gerecht werde. Mit dem Neubau in Sechshelden entstehe ein solches Gebäude. Drei Fahrzeugstellplätze, ein Schulungsraum, ein eigener Raum für die Jugendfeuerwehr, zeitgemäße Umkleide- und Sanitärbereiche, Werkstatt und Lager sowie eine Notstromversorgung sorgen dafür, dass die Einsatzkräfte schnell, sicher und gut vorbereitet ausrücken können. Gerade die Notstromversorgung zeigt, dass auch an flächendeckenden Stromausfall, der auch die Bevölkerung betrifft, gedacht wird.
Helfert: „Es geht einen Schritt weiter in die richtige Richtung“
„Heute ist ein besonderer Tag – es geht einen Schritt weiter in die richtige Richtung“, betonte Bürgermeister Christian Helfert und bedankte sich bei der Feuerwehr Sechshelden für ihr ehrenamtliches Engagement zum Schutz der Bevölkerung. Zurzeit zählt die Einsatzabteilung 25 Kameradinnen und Kameraden, die allzeit bereit sind, um im Notfall für ihre Mitbürgerinnen und Mitbürger da zu sein. Die Feuerwehren haben eine lange Tradition und werden vor allem auch in Zukunft immer mehr gebraucht, besonders Großeinsätze aufgrund von Extremwetterlagen nehmen zu, was zuletzt der Waldbrand im Jahr 2022 gezeigt hat. Der Brandschutz ist eine kommunale Pflichtaufgabe, und die Stadt Haiger legt einen großen Wert auf ihr Sicherheitsversprechen. Stadtbrandinspektor Andreas Dilauro bedankte sich bei der Haigerer Politik für die Unterstützung des Bauvorhabens, um die Feuerwehr Sechshelden zukunftsfähig aufzustellen: „Das jetzige Feuerwehrhaus entspricht nicht mehr den Anforderungen.“
Mit einem modernen Feuerwehrhaus zukunftsfähig aufgestellt
„Besonders wichtig ist mir die Nachwuchsarbeit. Es ist wichtig, jungen Menschen gute Räume und eine echte Gemeinschaft zu bieten, um sie dauerhaft für das Ehrenamt zu gewinnen. Das neue Feuerwehrhaus ist deshalb auch eine Investition in die Feuerwehr von morgen. Es freut mich, dass sich in der Feuerwehr Sechshelden neun Jugendliche engagieren. Sie stehen für die Zukunft des Brandschutzes vor Ort“, betonte Poseck. Die Jugendfeuerwehr war bei dem feierlichen Termin selbst vor Ort – als Feuerwehrmänner und -frauen von morgen werden sie ihre Einsätze vom neuen Feuerwehrhaus-Standort (Willi-Thielmann Straße 10 - Höhe Sportgelände) starten. Ein Feuerwehrhaus sei außerdem nicht nur ein Gerätehaus, sondern auch ein wichtiger Ort für die Gemeinschaft. Im Gespräch mit den Jugendlichen fragte Poseck: „Was ist das Beste bei Euch in der Feuerwehr?“ Antwort: „Die Kameraden“.
Kameradschaft hat großen Stellenwert
Dass in der Sechsheldener Feuerwehr ein gutes Miteinander besteht, wurde nicht nur an dem vorbildlichen Erscheinen der Mitglieder sichtbar. Gemeinsam mit dem Feuerwehrverein wurde in den Räumlichkeiten des alten Feuerwehrhauses (Dillstraße 47b) ein geselliger Nachmittag mit großem Kuchenbuffet organisiert. In der Fahrzeughalle gab es zwei Geschicklichkeitsspiele mit feuerwehrtechnischer Ausrüstung. Auch Innenminister Poseck, Bürgermeister Helfert und der Erste Stadtrat Niklas Debus versuchten sich an dem hydraulischen Spreizer und beförderten ein Schokoladenei vorsichtig von einem Verkehrsleitkegel zum nächsten – aber bitte ohne die Süßigkeit zu zerdrücken! Wehrführer Andreas Weiershausen bedankte sich beim Förderverein für die Unterstützung der Veranstaltung und die zur Verfügung gestellten Mittel.
LANDESREGIERUNG
Mit der Erhöhung der Garantiesumme im Brandschutz wurde die Förderung der Feuerwehren in Hessen nochmals deutlich gestärkt. Davon profitiert auch der Lahn-Dill-Kreis: Seit 2024 wurden 13 Fahrzeuge und elf Baumaßnahmen mit über als 4,3 Millionen Euro gefördert. Im Landkreis engagieren sich mehr als 3200 aktive Einsatzkräfte in 96 Freiwilligen Feuerwehren. Die Stadt Haiger hat seit 2021 elf Förderungen mit einem Gesamtvolumen von rund 1,28 Millionen Euro erhalten.
Die Stärkung des Brand- und Katastrophenschutzes ist für die Hessische Landesregierung ein Schwerpunkt. Das Land investiert seit Jahren in Feuerwehrfahrzeuge, -häuser und -technik, aber auch in die Aus- und Fortbildung von Einsatzkräften an der Landesfeuerwehrschule. Allein 2025 wurden 134 Fahrzeuge und 58 Baumaßnahmen an Feuerwehrhäusern mit mehr als 21 Millionen Euro gefördert. Damit hat das Land mehr als 90 Prozent aller eingegangenen förderfähigen Anträge bewilligt und damit trotz schwieriger Gesamthaushaltslage das hohe Niveau der Vorjahre halten können. Seit 2016 betrug die Förderung von mehr als 1770 Einsatzfahrzeugen und rund 600 Baumaßnahmen insgesamt mehr als 200 Millionen Euro.
Auch 2026 investiert die Landesregierung zielgerichtet in den Brand- und Katastrophenschutz. Dazu stellt Hessen über 21 Millionen Euro bereit. Hinzu kommen Mittel mindestens für die bewährten Landesbeschaffungsaktionen für TSF-W-Fahrgestelle, Mittlere Löschfahrzeuge MLF und Löschgruppenfahrzeuge LF 10. In diesem Bereich werden neue Lieferverträge ausgeschrieben, um die Städte und Gemeinden auch weiterhin von Vergabeverfahren zu entlasten und den Feuerwehren leistungsfähige Fahrzeuge anbieten zu können.
